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Jade Liqueurs

T.A. BreauxT.A. Breaux

Das Wiederaufleben historisch authentischer Absinthkultur in den frühen 2000ern erforderte einen langen Prozess. Unauthentische Produkte beherrschten den europäischen Markt, während in einigen Ländern die alten Verbote immer noch gültig waren. Gesetzliche Einschränkungen und weit verbreitete Fehleinschätzungen der chemischen Zusammensetzung originaler Absinthe machten es für Hersteller undenkbar, originale historische Rezepte zu verwenden. Der amerikanische Chemiker T.A. Breaux, Gründer und Firmenchef von Jade Liqueurs, war an vorderster Front, diese Situation grundlegend zu ändern:

Ich gründete Jade Liqueurs in 2000. In diesem Jahr war ich die erste Person, die an Proben aus vollen, versiegelten Flaschen aus der Zeit vor den Absinth-Verboten Analysen durchführte, anhand moderner wissenschaftlicher Methodik. Nachdem diese Analysen ergaben, dass die Flaschen nichts Schädliches beinhalteten, gründete ich Jade Liqueurs mit der Mission, Absinth getreu historischer Tradition zu destillieren, was zu diesem Zeitpunkt sonst niemand tat.

Die Herstellung der Jade Absinthe wird in Zusammenarbeit mit der westfranzösischen Brennerei Combier vollzogen, die 1834 gegründet wurde. Hier wurden schon vor der Zeit der Absinth-Verbote Absinthe hergestellt, und einige Elemente der Produktionsanlagen stammen noch aus dieser Zeit.

Die Absinthe

Jade Absinthes

Alle Jade Absinthe beziehen sich in der Produktion und Präsentation auf historische Originale. Einige dieser Originale sind die historischen Absinthe, die Breaux für seine wissenschaftlichen Analysen erstand. Andere können anhand historischer Aufzeichnungen nachgebildet werden. Diese Vielfalt der Vorbilder führt zu einem diversen Sortiment.

Das Produktsortiment beinhaltet derzeit fünf verschiedene Absinthe:

Esprit Edouard

C.F. Berger (Verte Suisse 1898)

Nouvelle-Orléans

Jade 1901

Terminus Oxygénée

Außerdem wird das "eau de vie" zum Verkauf angeboten, der Weinalkohol, der als Basis für die Herstellung der Absinthe dient:

Coeur de Jade

Jade-Absinthe genießen einen ausgezeichneten Ruf in Kennerkreisen, was sich auch in internationalen Wettbewerben und häufiger Medienberichterstattung widerspiegelt:

Unsere Produkte haben zahlreiche internationale Preise erhalten, einschließlich bei der International Wine and Spirits Competition in London. Die Qualität und Authentizität unserer Produkte wurden durch diverse Veröffentlichungen und Medien weltweit anerkannt, darunter Difford's Guide, Wine Enthusiast, und Fernsehprogramme wie The History Channel, The Discovery Channel, The Travel Channel etc.

Die Herstellung

Die Herstellungsprozesse erläutert T.A. Breaux im Detail. Bemerkenswert ist, dass die Herstellung nicht nur anhand historischer Methoden vollzogen wird, sondern auch Gerätschaften verwendet, die selbst Teil der Absinth-Geschichte sind.

Destillery CombierDestillerie Combier

Alle Jade-Absinthe werden in der historischen Combier-Destillerie im französischen Saumur gebrannt, unter Verwendung der originalen "Bain Marie" Destillierkolben aus dem 19. Jahrhundert.

Die Destillerie Combier erwarb diese 1.150 Liter fassenden Destillierkolben vor einem Jahrhundert von der wahrscheinlich bedeutendsten historischen Brennerei des französischen Pontarlier, Geburtsstätte des "Absinthe Pernod Fils", dem ersten in Frankreich hergestellten Absinth.

Das Innere der Destillerie wure 1894 von Gustave Eiffel umgestaltet, was an der kunstvollen Architektur noch heute ersichtlich ist.

Alle Jade-Absinthe werden nach der traditionellen "Methode Suisse" gebrannt, auf Basis eines "eau de vie" nach Art des 19. Jahrhunderts.

"Absinthe Suisse" (Schweizer Absinth) bezieht sich in diesem Sinne nicht auf die Herkunft. Vielmehr wurde diese Bezeichnung als eine der üblichen Qualitätsstufen verwendet, in die man Absinthe vor der Zeit der Verbote einordnete. "Absinthe Suisse" galt als die höchste Qualitätsstufe.

Diese Absinthe werden traditionell durch das Einlegen von Kräutern in Weinalkohol hergestellt, der anschließend destilliert wird. Für die Färbung grüner Absinthe wird abschließend eine zweite, kürzere Kräutereinlegung vorgenommen.

Jade Absinthe verwenden privat angebaute Pflanzen, einschließlich zweier verschiedener Sorten Artemisia Absinthium (Pontarlier und Schweizer). In Übereinstimmung mit der Tradition werden alle Jade-Absinthe für durchschnittlich drei Jahre zur Reifung gelagert, bevor sie abgefüllt werden.
Jade Absinthe werden nie aus Verschnitten oder kalter Mischung hergestellt, und beinhalten keine künstlichen Geschmacksstoffe, Zucker, oder Farbstoffe. Von den Feldern bis zur Flasche wird bei Jade alles so gemacht, wie es im 19. Jahrhundert war.

Die verwendeten Rezepturen ergeben sich aus der Kombination historischer Rezepte und wissenschaftlicher Analysen originaler Absinthe.

Unsere Herstellungsmethoden sind bis ins kleinste Detail authentisch, ohne Kompromisse, und folgen den exakten Herstellungsschritten der berühmtesten originalen Destillateure. Unsere Protokolle sind abgeleitet von wissenschaftlichen Analysen originaler Absinthe aus der Zeit vor den Verboten, und historischen Aufzeichnungen. Unverfälschte historische Authentizität war immer die oberste Priorität von Jade Liqueurs.

Destillery Combier

Eine schwere (Wieder)Geburt

Die strikte Verpflichtung zu historischen Produktionsmethoden war während der Gründung von Jade Liqueurs einzigartig. Nahezu alle modernen Hersteller stellten ihre Produkte durch kaltes Mischen von einfachen Stärkedestillaten (Wodka), Aromastoffen und Farbstoffen her. Die traditionellere Herstellungsweise der Mazeration mit anschließender Destillation fand kaum Verwendung.

Destillery CombierDestillieranlage

In 2000 gab es nur zwei destillierte kommerzielle Absinthe - Julian Segarra und Francois Guy. Billige Imitationen waren in Regionen wie Deutschland und Osteuropa beliebt, weil es einfach war und ist, Konsumenten und Touristen auszunutzen. Trügerische Produkte versprechen oft Halluzinationen (die nicht eintreten), und werden mit großem Profit verkauft. Destillationsanlagen oder besonderes Fachwissen sind nicht notwending, um billigen neumodischen 'Absinth' herzustellen, der keinerlei Verbindung zur Geschichte hat. Nicht viele Konsumenten kennen den Unterschied. Genau deswegen ist Konsumentenaufklärung wichtig.

Der deutsche Markt zeigt, besonders im Internethandel, eine langsame Entwicklung zu besser informierter Kundschaft, die Wert auf authentische Produkte legt. Trotzdem sind die meisten in Deutschland erhältlichen Produkte immer noch nicht authentisch. Genauso sind in Konsumentenkreisen immer noch viele Falschinformationen und unauthentische Trinkkultur im Umlauf. In der "böhmischen Trinkweise" wird zum Beispiel häufig absinthgetränkter Zucker angezündet, um Absinth zuzubereiten.

Die böhmische Trinkweise ist eine moderne Neuheit, die mit Absinth nicht mehr Sinn macht als mit einem guten Single Malt Scotch Whisky. Angezündeter Zucker vollbringt nichts, als ein völlig einwandfreies Getränk zu verunreinigen, und man wird keine historischen Aufzeichnungen oder Gemälde finden, die darstellen wie jemand Absinth mit brennendem Zucker zubereitet.

Destillery CombierRektifikation

Auch wird häufig auf den Thujongehalt verwiesen, der durch den verwendeten Wermut in Spurenmengen im Absinth aufzufinden ist. Ursprünglich als Argument für die Absinth-Verbote verwendet, sprechen Hersteller und Händler heute oft von einer besonderen Rauschwirkung, die durch Thujon ausgelöst werden soll. Diese Aussage wird von vielen Konsumenten unkritisch übernommen.

Thujon war einfach das geeignetste Mittel, um Absinth schlecht aussehen zu lassen. Die am meisten respektierten Absinth-Marken vor den Verboten haben immer nur eine geringe Menge davon beinhaltet, aber das spielt ohnehin keine Rolle, da es keine wissenschaftlich fundierten Informationen gibt, die Thujon jeglichen drogenähnlichen Rauscheffekt zusprechen. Thujon ist einfach nur ein Krampfgift, das nicht nur im Wermut vorkommt, sondern in vielen verschiedenen Pflanzen gefunden werden kann. Jeder, der mit Hoffnung auf eine spürbare Wirkung genug davon zu sich nimmt, wird das wahrscheinlich kein zweites mal wollen. Diejenigen, die Falschinformationen über Thujon benutzen, um qualitativ minderwertige Produkte zu vermarkten, verkaufen eine Lüge, nichts weiter.

Bedeutet das, dass der vermeintliche "Absinth-Effekt" nur auf Einbildung beruht?

Absinth war ursprünglich als konzentrierte Kräutermedizin vorgesehen, das lässt sich nicht verleugnen. Es ist plausibel anzunehmen, dass die hohe Konzentration von Kräuteressenzen gewisse Wirkungen hervorrufen mag, doch es ist schwierig derartige Aussagen objektiv zu bestätigen, ohne ausgedehnte wissenschaftliche Untersuchungen zu betreiben.

Die neuen Pioniere

Jade 1901Jade 1901

Die unseriösen Marketingstrategien europäischer Hersteller von unauthentischen Produkten waren scheinbar ein Grund, warum das Absinth-Verbot in den USA länger erhalten blieb als in vielen europäischen Ländern.

Die US-Regierung war sich bewusst über das Desaster der Absinth-Produktkategorie in Europa, und wollte nicht dass sich dies in den USA wiederholt. Gruppen traten an die US-Regierung heran, die beabsichtigten ihren Absinth hierher zu bringen, doch niemand hatte die notwendige Glaubwürdigkeit um die Regierung zu überzeugen.
Wir trugen einen wissenschaftlich stichhaltigen Fall vor die US-Regierung, mit dem Ziel das Verbot aufheben zu lassen. Nach Monaten der Diskussion haben sie letztendlich akzeptiert, dass unsere Mission, Absinth zu seiner gebührenden Position der Seriosität zurückzubringen, Gültigkeit hat, und belohnten unsere Anstrengungen mit der ersten Genehmigung der heutigen Zeit für einen authentischen Absinth auf dem US-Markt.

Bei der Beschreibung der gegenwärtigen Absinth-Kultur der USA spricht T.A. Breaux von einer Trinkweise, die für manchen deutschen Absinthgenießer eine neue Inspiration sein könnte:

Der US-Markt erlebt eine Neubelebung der klassischen Cocktail-Mixology, und Absinth ist ein großer Teil davon. Es gibt zwar wenige Bars, die Absinth als Hauptthema haben, aber die meisten guten Bars verwenden Absinth in ihren Cocktails, was ein beliebter Brauch vor der Prohibition war. Der US-Markt hat eine sehr gute Auswahl von Qualitäts-Absinthen, mit sehr wenigen Imitationsprodukten.

Diese Trinkkultur stellt eine interessante Variation zu Trinkweisen dar, die nach französisch-schweizerischer Tradition üblich sind.

Ausgefallene Cocktails waren ein großer Trend in der britischen und amerikanischen Kultur des späten 19. Jahrhunderts, und Absinth wurde vorwiegend auf diese Art verwendet, im Gegensatz zur französisch-schweizerischen Methode der Zubereitung mit Eiswasser. Absinth wurde meistens wie ein Bitter verwendet, und ein guter Absinth ist auf diese Weise sehr effektiv, viele Cocktails spannender zu machen.

Eine Regulierung ist überfällig

Der amerikanische Markt hat sich also inzwischen völlig für den Absinth geöffnet und bietet eine Reihe von verschiedenen authentischen Produkten. Im überwiegenden Teil der europäischen Länder ist dies leider immer noch nicht der Fall.

Wermut-FeldWermut-Feld

Die Qualität und Breite des Angebots auf dem europäischen Markt hat sich seit den frühen 2000ern gebessert, aber es gibt dort immer noch viele billige Imitationen. Die meisten Absinthe auf dem EU-Markt haben keine Verbindung, keine Ähnlichkeit mit jeglichen Getränken aus dem 19. Jahrhundert. Viele (wenn nicht die meisten) Absinthe auf dem EU-Markt sind nichts als Wodka mit etwas künstlichem Aroma und Farbstoffen. Diese Produkte sind in der Produktion sehr billig, und sollen die Unwissenheit der Konsumenten ausbeuten.

Um die Situation auf dem europäischen Markt zu bessern, gibt es von einigen seriösen Herstellern und Händlern verschiedene Anstrengungen. Ein Ansatz ist der Versuch, eine strengere Produktregulierung durchzusetzen. T.A. Breaux schlägt eine Regulierung vor, die auch unauthentische Produkte mit einbeziehen würde:

Absinth kann nicht definiert werden ohne eine rechtliche Definition, die seine Integrität schützt. Die ideale Definition wäre ähnlich wie das Deutsche Reinheitsgebot, doch eine derartige Umsetzung scheint, von der Schweiz abgesehen, unmöglich zu sein, einfach weil es zu viele Imitationsprodukte gibt, und deren Hersteller sind allesamt dagegen. Die einzige rechtliche Definition die sinnvoll ist, ist eine zweiteilige Definition - mit einer Definition für die traditionell destillierten Absinthe, und einer weiteren für alles, was heute sonst noch als "Absinth" bezeichnet wird und minimale Standards einhält. Die rechtliche Definition für Gin ist auf diese Art strukturiert, um hochwertige handwerkliche Produkte von billigeren Produkten zu unterscheiden, und so sollte es auch für Absinth sein.